Die Natur – ein (nicht immer) stummer Mitspieler

Ein Mann und ein Junge tragen ein Holzboot zum Meeresufer.

Fast durchweg ist die Natur im Film THULETUVALU präsent, oft in langen Einstellungen. Die Natur ernährt die traditionell lebenden Menschen, sie bedroht und beunruhigt sie aber auch durch ihre Veränderungen. Die Vegetation auf Tuvalu wird durch das Meerwasser zerstört, die zurückgehenden Eisflächen machen das Leben der Jäger in Thule komplizierter und gefährlicher.

Natur ist mehr als nur die Summe physikalischer und biochemischer Prozesse. Das Wort „Natur“ ist befrachtet mit kulturellen Ideen und gefühlsbesetzten Vorstellungen, die sich im Laufe der letzten Jahrhunderte entwickelt haben.


Drei Beispiele für das, was wir uns heute unter „Natur“ vorstellen:

•  In einem Reisekatalog ist eine von Palmwedeln bedeckte Hütte an einem einsamen Sandstrand in der Südsee abgebildet; die Hütte kann zusammen mit Flug und Transfer gebucht werden. Der Preis für das Paket beträgt für eine Woche etwa so viel, wie ein/e Lehrer/in im Monat verdient.

•  In einer Zeitschrift wird ein Abenteurer porträtiert, der allein und zu Fuß den Südpol erreicht hat. In seinem Bart hängen Eiskristalle, er spricht von den letzten Abenteuern der Erde.

•  Ein Biologe führt die Mitglieder eines Heimatvereins zum letzten noch erhaltenen Hochmoor in der Region; die Frauen und Männer lauschen gebannt auf den Ruf des Kiebitz‘ und erfahren, dass im Moor seltene Schmetterlingsarten und Reptilien leben.

Aufgaben

  • Was bedeutet Ihnen Natur? Notieren Sie Schlagworte an der Tafel und ordnen Sie sie zu einer Mindmap.
  • Lesen Sie den Text und analysieren Sie, welche Ideale, Wünsche und Erwartungen an die Natur in den drei Beispielen angesprochen werden.
  • Beschreiben Sie das Verhältnis der im Film gezeigten Protagonisten/innen zur Natur.  Untersuchen Sie, ob es Gemeinsamkeiten zu Ihren eigenen oder den in den Beispielen genannten Naturvorstellungen gibt.