Die Schauplätze des Films THULETUVALU

Tuvalu – Paradies in Gefahr

Eine der wenigen Asphaltstraßen in Tuvalu. Links im Bild ist der Pazifik und rechts die Lagune.
lirneasia (CC BY_SA 2.0), Eine der wenigen Asphaltstraßen in Tuvalu. An manchen Stellen sind die ringförmigen Atolle sehr schmal – auf der einen Seite liegt dann der Pazifik (links im Bild), auf der anderen Seite die Lagune.


Tuvalu ist einer der kleinsten Staaten der Welt. Die 26 Quadratkilometer des Inselstaates verteilen sich auf neun Atolle (ringförmige Inseln, die eine mit Wasser gefüllte Lagune umschließen und auf Korallenstrukturen basieren). Die Atolle liegen mehrere hundert Kilometer auseinander und sind sehr flach: An der höchsten Stelle von Tuvalu liegt das Land gerade einmal fünf Meter über dem Meeresspiegel.

Tuvalu liegt im südlichen Pazifischen Ozean, etwa auf der Höhe von Neuguinea. Insgesamt leben in Tuvalu etwa 11.000 Menschen. Neben etwas Tourismus gibt es nur eine schwach ausgeprägte Wirtschaft – die meisten Tuvalesen leben vom Fischfang, manche betreiben etwas Landwirtschaft. Am 1. Oktober 1978 entließ Großbritannien die damaligen Ellice-Inseln unter der neuen Bezeichnung Tuvalu in die Unabhängigkeit. Die parlamentarische Monarchie Tuvalu wurde Mitglied des Commonwealth of Nations und trat im Jahr 2000 den Vereinten Nationen bei.

Aufgrund des steigenden Meeresspiegels und immer häufiger auftretender Unwetter gibt es schon seit mehreren Jahren Überlegungen, die Bewohner/innen Tuvalus komplett umzusiedeln. Sowohl die Tuvalesen als auch Australien und Neuseeland, wo bereits mehrere tausend Tuvalesen leben, lehnen solche Vorhaben ab. 2014 gewährte das Einwanderungstribunal Neuseelands einer Familie Asyl – die vier Familienmitglieder gelten als die ersten anerkannten Klimaflüchtlinge weltweit.

Thule – Fischerort mit mythischem Hintergrund

Fischerort Thule
In Qaanaaq scheint die Sonne von Ende April bis Ende August 24 Stunden am Tag.


In der Sprache der Einheimischen heißt Thule eigentlich Qaanaaq und hat etwa 650 Einwohner/innen. Es ist der größte Ort im nördlichen Grönland und damit überhaupt eine der nördlichsten Siedlungen von Menschen. Qaanaaq liegt im Nordwesten des Landes an der Baffin Bay. Der Ort besitzt ein eigenes Krankenhaus, eine Schule, sowie eine protestantische Kirche, ein Museum, zwei Kaufläden und ein eigenes Hotel. Qaanaaq ist keine ursprünglich grönländische Stadt, sondern wurde 1953 von US-Amerikanern gegründet, um Grönländer/innen umzusiedeln, die dem neu errichteten Militärflughafen Thule Air Base weichen mussten.

Die Bezeichnung Thule geht auf die Antike zurück. Griechische Seefahrer nannten so eine Insel jenseits von Britannien, am nördlichsten Rand der damals bekannten Welt. Welche Insel genau gemeint war, ist heute nicht mehr zu rekonstruieren. Später bekam die Bezeichnung Thule eine mythische Bedeutung und stand für einen magischen Ort am nördlichen Rand der Zivilisation. In diesem Sinne ist auch Goethes Gedicht „Der König in Thule“ zu verstehen. Erst seit Beginn des 20. Jahrhunderts wurde der Name wieder mit einem geografischen Ort verknüpft: Der dänische Polarforscher Knud Rasmussen gründete im nördlichen Grönland eine Handelsstation und gab ihr den Namen Thule. Auch die Region wird so genannt.

Aufgaben

 

  • Lesen Sie die Texte und notieren Sie, was Ihnen zu den Ortsbeschreibungen einfällt.  Vergleichen Sie in Partnerarbeit Ihre Notizen. Überlegen Sie, welchen Ort Sie lieber kennen lernen würden: Thule oder Tuvalu.
  • Legen Sie eine Tabelle an, in der Sie Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den beiden Orten festhalten.