2a) Der Kelpwald – ein Urwald unter Wasser?

Ein Kelpwald in der Nähe von Neuseeland
Ein Kelpwald in der Nähe von Neuseeland

Der Film FINDET DORIE erzählt eine erfundene Geschichte. Es ist ein Animationsfilm, das heißt, dass die Unterwasserwelt mit allen Pflanzen und Tieren künstlich gestaltet wurde. Die Filmemacher haben sich vorher intensiv mit dem Leben im Meer beschäftigt und die Dorie-Welt nach diesem Vorbild gestaltet. Die Orte, an denen die Geschichte spielt, gibt es also wirklich. Sie zu entdecken, ist vielleicht genauso spannend wie die Story von Dorie.

Bestimmt hast du schon vom Urwald gehört. Man nennt ihn auch Tropischen Regenwald. Dort wachsen besonders hohe Bäume. Im feuchten und warmen Klima des Regenwaldes kommen Tausende von Pflanzen- und Tierarten vor. Kannst du dir vorstellen, dass es auch einen Urwald unter Wasser gibt? Nein? Dann lies den folgenden Text zum Kelpwald.

Seinen Namen hat der Kelpwald vom Kelp, der vor vielen Meeresküsten vorkommt. Es ist die größte Algenart, die es gibt: Die Stränge werden bis zu 60 Meter lang. Sie klammern sich am felsigen Meeresgrund fest und wachsen dann in die Höhe. In der Nähe der Wasseroberfläche bilden sie blattähnliche Wedel, um das Licht einzufangen.

Kelp wächst unglaublich schnell – 20 Zentimeter am Tag sind kein Problem. Dabei brauchen Kelpwälder (auch Tangwälder genannt) keine dicken Baumstämme, um ihre Kronen in die Höhe zu bringen: Die Wedel des Kelps haben kleine Schwimmkörper, die dafür sorgen, dass sie elegant zur Wasseroberfläche hin schweben.

Die dichten Wedel des Kelps bieten vielen Fischarten Nahrung und zugleich ein Versteck vor Feinden. In den Kelpwäldern tummeln sich kleine Wassertierchen, Seeigel und verschiedene Wurmarten. Von denen ernähren sich dann größere Fische, Wale und Seevögel. Die Kelpwälder sind also Ausgangspunkt ganzer Nahrungsketten.

Kelp ist reich an Vitaminen und Eiweiß und ist deshalb nicht nur für Tiere nützlich, sondern auch für Menschen: In Japan gehören die Pflanzen zur traditionellen Ernährung. Bei Sturm werden die Wedel des Kelp oft abgerissen – das macht aber nichts. Sie treiben dann auf der Wasseroberfläche und leben auch ohne festen Halt weiter.  

Aufgaben  

  • Im Text sind einige Wörter unterstrichen. Wähle drei aus und erkläre, was sie bedeuten:
  • Warum kann man den Kelpwald auch als „Urwald des Meeres“ bezeichnen? Nenne zwei Gründe:
  • Kelpwälder kommen nur in der Nähe von Küsten vor, nicht aber draußen auf dem offenen Ozean. Überlege, warum das so ist. (Tipp: Draußen auf dem Ozean ist das Wasser oft sehr tief.)